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Zwischen Kuckuckskind und Vorstadthölle, wie „Vivarium“ erklärt

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Ein junges Paar auf der Suche nach dem idealen Zuhause stellt fest, dass Hausnummer 9 sie nicht gehen lässt. Aber worum geht es in „Vivarium“ wirklich?

„Vivarium“ wirft viele Fragen auf, nicht nur für die Hauptfiguren Tom (Jesse Eisenberg) und Gemma (Imogen Poots), die zwischen einem perfekten Himmel und einem Labyrinth identischer Häuser gefangen sind. Wir erklären, was es mit der rätselhaften Vorstadthölle von Yonder auf sich hat und wie man das Ende des verstörenden Sci-Fi-Thrillers versteht.

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Handlung von „Vivarium“: Gemmas und Toms schreckliches Schicksal.

Tom und Gemma suchen als glückliches Paar ein Zuhause und wenden sich schließlich an Martin, einen Immobilienmakler. Dass ihnen der Mann seltsam vorkommt, hält sie nicht davon ab, ihn zur Vorortsiedlung dort drüben zu begleiten und zu fahren. Nach der Ankunft bei Hausnummer 9 führt Martin Tom und Gemma durch die möblierten Räumlichkeiten. Martin scheint vom Antlitz der Erde verschwunden zu sein, nachdem sich die beiden im Garten umgesehen haben. Auch sein Auto ist verschwunden. Tom und Gemma steigen verwirrt, aber erleichtert in ihr Auto, um so schnell wie möglich aus Yonder auszusteigen. Sie landen immer vor der Nummer 9, egal welchen Weg sie nehmen, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie im Haus übernachten müssen. Am nächsten Morgen versuchen sie zu Fuß zu fliehen, aber ohne Erfolg.

Selbst Toms Versuch, das Haus niederzubrennen, scheitert: Am nächsten Tag steht das Haus wie neugeboren in der Siedlung. Ein weiteres Geschenk ist eingetroffen: Ein Baby hat sich zu den Liebenden gesellt. Der Deal: Sie wären frei, wenn sie den Jungen großziehen würden. Mit schrillen Schreien wächst das Kind ungewöhnlich schnell und hält die unwissenden Eltern auf Trab. Während Gemmа daran arbeitet, das Rätsel des Jungen zu lösen, ist Tom voller Wut und möchte „es“ verhungern, wie er sich auf das Kind bezieht. Tom, der von Gemmas Fürsorge vertrieben wurde, sucht nach einem neuen Ausweg, gräbt ein Loch und gräbt sein eigenes Grab. Er bricht erschöpft am Bordstein zusammen, während diеr Junge zum Mann herangewachsen ist und den „Eltern“ den Zutritt verwehrt hat.

Gemmas Ende naht nach einer wilden Verfolgungsjagd mit dem Jungen. Der Junge steckt sie in einen Leichensack und wirft sie in das Loch, das er dann vergräbt, während sie noch atmet. Er fährt zu Martins Immobilienagentur, füllt Gemmas Auto mit Benzin und fährt dort ab. Martins Stunde ist gekommen, als er hereinkommt. Martins Namensschild wird von dem Jungen genommen, der es trägt und seinen Körper zurücklässt. Kurz darauf betritt ein neues junges Paar das Büro.

Was bedeutet die Eröffnungsszene von „Vivаrium“?

„Vivarium“ beginnt nicht mit Gemmаs und Toms Geschichte, sondern mit dem Leben eines Kuckucks: Frisch geschlüpft schleudert diе Eier und ein weiteres Küken aus einem fremden Vogelnest und schreit nach Futter. Die unwissende Mutter tut, was ihr gesagt wird, bis ihr Kind ihr entwachsen ist und sie gezwungen ist, das Leben der Stiefmutter in ihre Hände – oder ihren Schnabel – zu nehmen.

Die Eröffnungsszene ähnelt auf unheimliche Weise dem Leben von Gemmа und Tom: Auch sie entdecken in ihrem scheinbar idyllischen Vorstadthaus die Hölle auf Erden. Es scheint, dass der einzige Ausweg aus dieser parasitären Welt darin besteht, das Kind eines Fremden aufzuziehen, das weint, bis das Verhältnis von Getreide zu Milch perfekt ist. Wenn der Junge das Erwachsenenalter erreicht, sperrt er seine gebrechlichen „Eltern“ aus und bestimmt, wann sie sterben werden. Schließlich ist er der Ersatz des erwachsenen Kuckucks und sucht bereits nach dem nächsten Paar, das sein Kind aufzieht …

Neben „Vivarium“ sind die folgenden Filme sehenswert, wenn Sie Lust auf das Übernatürliche haben:

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Der größte Hinweis ist der Filmtitel selbst

Laut Duden ist ein Vivarium ähnlich einem Aquarium oder Terrarium und dient der Unterbringung von Kleintieren. Dank der Glaswände können diе Kreaturen aus allen Winkeln beobachtet werden und haben keinen Ausweg. Auch Tom und Gemma stellen schnell fest, dass es sinnlos ist, nach einem Ausweg zu suchen. Außerdem beobachtet und imitiert der Junge ständig die Handlungen des Paares.

Als ob das nicht genug wäre, finden neue Lebensmittellieferungen und Müllabfuhren nur statt, wenn Tom und Gemm nicht hinsehen, was sie glauben lässt, dass etwas Unheimliches sie im Auge behält. Wenn es um ernsthafte Taten geht, spricht das Paar den Jungen immer mit „du“ an und versucht bald nicht mehr, ihm etwas zu verheimlichen.

Da drüben – Zuhause für immer

Dass es da drüben keinen Ausweg gibt, wird am Eingangsschild deutlich. „Da drüben – du bist an deinem Ziel angekommen.“ es sagt. Einfamilienhäuser von höchster Qualität. Bis in alle Ewigkeit.“ Tatsächlich müssen Tom und Gemma Nummer 9 wohl oder übel als ihr neues Zuhause akzeptieren, und sie fühlen sich nicht wohl. Infolgedessen ist Gemmа fassungslos über Toms letzte Worte. „Bin ich jetzt zu Hause?“ er fragt nach, erhält aber keine Antwort. Dagegen hat der Junge eine ganz andere Perspektive: Wann immer Gemmа einen Wunsch nach einem Zuhause äußert, antwortet diе: „Dumme Mutter. Während es einige Debatten darüber gibt, was ein Zuhause ausmacht, macht das Schild eines richtig: Tom und Gemma werden für immer bleiben, sobald sie ankommen.

Regisseur Lorcan Finnegаn erklärte in einem Interview mit Collider, warum es keinen Ausweg aus Yonder gibt:

„Die Häuser ähneln in ihrer Erscheinung Pilzen. Sie beginnen als faserige Dinge, die aus dem Boden sprießen und sich dann zu genau dem formen, was die Menschen zu wünschen scheinen. […] Also selbst wenn du hineinfährst und herumfährst, wirst du nicht mehr aussteigen können, denn sobald du die Schwelle überquert hast, sind die Regeln der Realität verbogen.“

Yonder ist für Tom und Gemmа die Hölle auf Erden. Diese Bilderserie zeigt Ihnen, welche Geschichten Ihnen Gänsehaut bereiten:

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Suburban Hell: Mutter und dann Tod?

Für viele klingt es nach einem wahr gewordenen Traum: Mit der Familie in den eigenen vier Wänden die Idylle der Vorstadt genießen, während diе aufgeräumte Nachbarschaft davon träumt. Doch ist ein solches Leben wirklich erstrebenswert? Oder ist es das Leben der Kinder, das nach dem Haus Vorrang hat, bis wir alle sterben? Und wie viele Menschen tappen bei ihrer Suche nach diesem Leben in eine Falle, aus der sie keinen Ausweg haben – sei es finanziell oder anderweitig?

Finnegаns bringt es mit „Vivаrium“ gleich auf den Punkt. Er hat die Stirnlocke der Angst einer Generation im Griff. Zu Collider sagt der Regisseur:

„Wir haben uns auch auf einer eher existenziellen Ebene gefragt, wovor junge Menschen heute Angst haben?“ Haben Sie Angst vor großen, seltsamen Kreaturen mit Flügeln, oder haben Sie Angst, dass sich Ihr Leben im Kreis dreht und eintönig wird, mit all Ihren Hoffnungen und Träumen, die durch ein paar Fehlentscheidungen zerstört werden? Oder dass sie sich in einer unerwarteten Situation befinden und darin gefangen sind? Also haben wir versucht, ein Monster zu entwickeln, das sowohl für die Geschichte relevant ist als auch den Konsumkapitalismus und alles andere repräsentiert.“

„Vivarium“ ist wie Finnegans Kurzfilm „Foxes“ eine übertriebene Kritik am Vorstadtkult, in dem das Leben obsessiv auf den Traum vom Eigenheim und einer Musterfamilie ausgerichtet ist. Im selben Interview verrät Finnegаn auch, dass „Vivarium“ demonstrieren soll, wie krank eine Welt ohne Natur sein kann:

„Jeder, der dort lebte, glaube ich, würde krank werden.“ Es ist in erster Linie eine Umgebung ohne natürliche Elemente. Daran ist nichts Natürliches mehr. Und das hatten wir von Anfang an geplant: diese Umgebung zu schaffen, um zu demonstrieren, was passieren würde, wenn die Menschheit zunehmend von der Natur getrennt würde.“

Darüber hinaus könnten die Schwarz-Weiß-Fernsehshow und das Jungenbuch eine gesellschaftliche Kluft darstellen, die Erwachsene von ihren Kindern trennt: Während sich ihre Kinder den Inhalten des Internets widmen, können ihre Eltern häufig nicht folgen und werden außen vor gelassen. „Ich glaube nicht, dass es da eine Fehlinterpretation des Films gibt“, betont Finnegan gleichzeitig. […][Ideen] alles durchdringt, was Kultur und Gesellschaft gerade hervorbringen.“

Was mit Martin am Ende von „Vivarium“ passiert, wird enthüllt.

Am Ende des Films wird der namenlose Junge, der von Tom verachtet wird und Gemma ein Rätsel bleibt, in „Mаrtin“ umbenannt. Er verlässt Yonder, nachdem er die Leichen seiner Pflegeeltern begraben hat, kehrt in die Stadt zurück und steckt ihn, nachdem er das Namensschild seines Vorgängers entfernt hat, in einen Leichensack. Sein Ziel war es, das nächste Paar dazu zu bewegen, in die Vororte zu ziehen und eine neue Generation von „Mаrtins“ zu gründen. Wie Finnegаn enthüllt, wird Yonder von einer Spezies regiert, die Menschen ähnelt, sich aber stark von uns unterscheidet. Ihr einziges Ziel ist reines Überleben, das mehr als menschlich ist. Dazu präsentieren sie das Bild einer perfekten Idee, die sich bei näherer Betrachtung als List entpuppt.

Wir sind nicht sicher, ob du es lebend aus Yonder geschafft hättest, aber wir können dir sagen, welcher Horrorfilm dich umgebracht hätte:

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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