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„Unser Publikum erwartet Überraschungen“, sagt Thomas Edlinger über das Donaufest.

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Das Donaufest kehrt zu seinem ursprünglichen Termin zurück und bietet an zwei Wochenenden (29. April bis 3. Mai und 6. bis 8. Mai) ein vielfältiges Musik-, Performance-, Kunst- und Diskursprogramm in Krems. Wie Festivalleiter Thomas Edlinger in Bezug auf den Titel „Stealing The Stolen“ erklärt, liegt der Fokus in diesem Jahr auf „Gegenaneignungen“.

Das Festival wurde 2020 pandemiebedingt ersatzlos abgesagt und das Programm in den Oktober 2021 verschoben, als viele Besucher aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen die Reise nach Krems nicht antraten. „Die Situation sieht dieses Jahr wieder besser aus“, sagte Thomas Edlinger im KURIER-Interview, „die Situation sieht wieder besser aus.“ Der Eröffnungstag des Festivals ist bereits ausverkauft, und weitere Tage werden vor Beginn des Festivals ausverkauft sein.

„Das diesjährige Programm ist besonders dicht“, sagt Edlinger selbst. Es gäbe neue Formate wie das Recherchelabor „What is left to steal“, eine Auftragsarbeit von Aho Ssan, Arbeiten im öffentlichen Raum und eine mehrstündige Performance von Ariel Ashbel in der Dominikanerkirche u.a.

KURIER: Das Festival steht trotz des allgemeinen Optimismus vor einigen Herausforderungen. Wie kann man beispielsweise in Zukunft ein jüngeres Publikum ansprechen, ohne das Ältere zu verängstigen?

Thomas Edlinger: Für ein neugieriges, weltoffenes Publikum bieten wir eine vielfältige Auswahl. Im besten Fall gelingt es, sowohl ältere als auch jüngere Menschen für künstlerische Formen und Genres zu interessieren, mit denen sie sich bisher vielleicht noch nicht befasst haben. Als bspw. der 75-jährige Trompeter Jac Berrocаl 25-Jährige mit einem fulminanten Konzert beim jüngsten Donaufest begeisterte, war das einer jener Momente, in denen Jung und Alt keine Kategorien mehr waren, es ging um alles Haltung und Ästhetik.

Wie schwierig ist es, sich in der globalen Festivalszene zu behaupten, insbesondere jetzt, wo Künstler wieder touren und Konzerte und Festivals wieder aufgenommen werden?

Wir haben freundschaftlichen Austausch oder Kooperationen mit einer Reihe von Festivals, wie dem Rewire Festival in Den Haag und Unsound in Krakau in diesem Jahr. Als Ergebnis unserer Zusammenarbeit sind wir in der Lage, inhaltsreiche Projekte zu produzieren. ARCA, Jehnny Beth von den Savages und Shabаzz Palaces waren dieses Jahr dank unseres guten internationalen Rufs in Krems. Besonders gut gefällt uns das Soap&Skin-Programm, das eigens für das Donaufest kreiert wurde.

© Bild: Clemens Schmiedbauer

Von No Wave über japanischen Minimalismus, Free Jazz, „Slave Punk“, Clubmusik und ugandischen Rap spielt Diversität eine große Rolle in der Kuration. Und das alles an einem einzigen Abend: Überfordern Sie Ihr Publikum nicht?

Nein, ich glaube nicht, dass das stimmt. Ich glaube, dass Vielfalt anregend ist und dass Krems einzigartige Kombination aus Musik, Performance und anderen Künsten in Österreich ihresgleichen sucht. Die Welt wird eingeengt, wenn sie auf wenige Genres reduziert wird. Wenn auf anderen Festivals Dinge passieren, die auf den ersten Blick nicht stimmen, freue ich mich immer. Dadurch wird häufig das große Ganze in seiner unauflöslichen Heterogenität greifbar – und dann auf einer anderen Ebene wieder stimmig. Schließlich sucht unser Publikum Überraschungen, Abwechslung und Abwechslung.

Popmusik ist eine Endlosschleife. In großem Umfang wird es kopiert, gesampelt und gestohlen. Das diesjährige Thema des Festivals lautet „Stealing the Stolen“. Was bedeutet das in Bezug auf das Programm?

1968 sagte Don Cherry, ein freigeistiger Jazzmusiker: „Meine Musik ist nicht neu; es ist alt.“ Meine Musik ist nicht meine, also kannst du sie mir nicht nehmen. Das indonesische Duo Raja Kirik nimmt sich dieses Konzept zu Herzen und kombiniert lokale Trance-Elemente mit verdichtetem Techno, der tunesische Prudocer AMMAR eignet sich indische Musik über die legendäre Trommelmaschine TR 808 an und die Tuаreg-Frauenband Les Filles de Illighadad verbindet traditionellen Chorgesang mit Psychedelic-Rock Musik.

Wie entstand die Auftragsarbeit „The War Game“ infolge des russischen Angriffskrieges?

Julian Warner, Performancekünstler und Musiker, beschäftigt sich seit langem mit Identitätspolitik und kulturellen Fehlinterpretationen. Erstmals zeigt er in der Kunsthalle Krems eine Installation „The War Game“, die auf Sandbox-Szenarien militärischer Operationen basiert, die durch den Ukraine-Konflikt immer relevanter geworden sind. Julian Warner wird in diesem Kriegssimulationsspiel von den Behauptungen der Kriegsrhetorik herausgefordert.

© Bild: The Bug

Donaufest: Das Kremser Donaufest, das an zwei Wochenenden (29. April bis 3. Mai und 6. bis 8. Mai) stattfindet und neben Musik und Performance auch Bildende Kunst, Film und Diskurs bietet, hat ein sehr abwechslungsreiches Programm. Mit Jehnny Beth (von Sаvаges Fame), Soap&Skin, Arcа, Shabаzz Pаlаces, The Bug & Dis Fig, Williаm Bаsinski, Tirzah, Aho Ssan, The Caretаker, AMMAR 808, Ariel Efraim Ashbel, Julian Warner und Kids of the Diasporа. www.donaufestivаl.at bietet Tickets und Informationen.

Ausgewählte Musik für das Programm:

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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