Ads
Nachrichten

Ukraine: Jüdische Familie kämpft gegen Putin: „Wir werden definitiv gewinnen!“ – Politik im Ausland

Ads

Ascher Tscherkasskij (52) und sein Sohn David (20) können nur bitter darüber lachen, dass Kreml-Diktator Wladimir Putin (69) die Ukraine „entnazifizieren“ will. Denn die beiden sind nicht nur Ukrainer und Soldaten der ukrainischen Territorialverteidigung – sondern auch religiöse Juden.

Und seit dem ersten Kriegstag kämpften sie Seite an Seite gegen die russischen Eindringlinge!

Im BILD-Interview erinnert sich Ascher, wie er seinen Sohn am 24. Februar um 5 Uhr morgens weckte, als plötzlich der Krieg begann. „Ich hatte nur ein paar Minuten, um zu packen und zu gehen. Ich bin Reservesoldat“, sagt Ascher. Alles, was er zu David sagte, war „alles wird gut“. Und: „Wir werden auf jeden Fall gewinnen.“

Ascher wollte zunächst nicht, dass sein Sohn den ukrainischen Streitkräften beitritt. „Eigentlich wollte ich, dass er seine Pläne durchführt, sein Studium beendet und dann nach Israel auswandert“, sagt Ascher. Da David Jude ist, hätte er in den ersten Kriegstagen, als es noch keine Ausreisebeschränkungen für Männer in seinem Alter gab, problemlos nach Israel auswandern können. Weit weg vom großen Krieg in Europa.

Gemeinsam in der ukrainischen Armee dienen: Sohn David und Vater AscherFoto: Lars Berg

Aber David entschied sich anders. „Seit Kriegsbeginn hat er mir nicht zugehört, egal was ich gesagt habe. Ich sagte ihm, dass ich hier für uns beide arbeiten werde. Aber er hat seine Entscheidung getroffen. Er ist ein erwachsener Mann“, sagt Ascher.

Der Vater sagt stolz: „Und ich mag diese Entscheidung.“ Denn: „Für mich bedeutet es, dass ich einen echten Menschen erzogen habe.“

Für David stand nie die Frage im Raum, dass er sein Land gegen die russischen Invasoren verteidigen würde. Obwohl er kurz davor stand, sein Studium abzuschließen und als Softwareprogrammierer bei einem Unternehmen im Ausland zu arbeiten, gab er alles auf und absolvierte die Ukrainische Territorialverteidigung.

Sie dienen gemeinsam, sie beten gemeinsam: die beiden gläubigen Juden beim Anlegen der Gebetsriemen Foto: Lars Berg

Statt Bürojob mit Top-Gehalt heißt es jetzt: Immer parat mit der Kalaschnikow in der Hand. Aber er sieht es nicht als Opfer – sondern als Pflicht. Sein großes Vorbild: sein Vater, der zu Beginn des russischen Angriffs in der Ostukraine 2014 an die Front ging, um gegen die Russen und prorussische Separatisten zu kämpfen.

„Mein Vater hat mich, meine Freunde, meine Familie und unser Land im Jahr 2014 verteidigt. Wie könnte ich eine andere Entscheidung treffen?“ sagt David.

Asher Cherkassky vor dem GebetFoto: Lars Berg

Ihre Heimatstadt Dnipro ist bisher von einer russischen Großoffensive verschont geblieben. Doch immer wieder kommt es zu Raketenangriffen auf die Stadt. Russische Spezialeinheiten versuchen, in Dnipro einzudringen und die Stadt auf eine mögliche Invasion auszukundschaften. Gemeinsam tun Ascher und David Tscherkasskij alles, um russische Pläne zu durchkreuzen und ihre Stadt zu verteidigen.

David war 12 Jahre alt, als sein Vater die Ukraine vor dem ersten russischen Angriff verteidigte. Ein Kind, das sich Sorgen um seinen geliebten Vater machte. Jetzt ist David ein Mann – er erfüllt die Pflicht, die so viele ukrainische Männer für selbstverständlich halten. Auch wenn es tödlich sein kann.

Vater und Sohn beten zwischen ihren Einsätzen. So wie ihre Vorfahren Foto: Lars Berg Russen töten „mit großer Freude“

Ihnen ist klar, dass nicht nur Putin für den Krieg verantwortlich ist. Sondern große Teile der russischen Bevölkerung.

„Es ist nicht Putin, der schießt. Es ist nicht Putin, der seine Armee mit Nachschub versorgt“, sagt Ascher Cherkassky. „Putin richtet seine Waffen auch nicht auf die Städte, in denen unsere Bürger friedlich leben. Putin drückt nicht den Knopf, um eine Rakete auf das Krankenhaus von Mariupol oder den Flughafen von Dnipro abzufeuern. Das tut nicht Putin, sondern die Bürger der Russischen Föderation. Und sie scheinen es mit großer Freude zu tun.“

Auch beim Kaffeetrinken legen Ascher und David Tscherkasskij nicht die Waffen niederFoto: Lars Berg

Spätestens seit Bucha ist klar: Solange russische Soldaten in der Ukraine sind, werden Terror und Gewalt herrschen. Die Bilder des Massakers treiben Ascher die Tränen in die Augen. „Es ist ein großer Schmerz. Der Schmerz unseres Volkes. Und Hass für diejenigen, die es begangen haben. Diese Russen sind Tiere“, sagt der gläubige Jude.

Er hätte nie gedacht, dass er solche Bilder in der Ukraine sehen würde. Nicht nach allem, was die Menschen im Zweiten Weltkrieg erleben mussten.

Ascher Tscherkasskij mit BILD-Reporter Filipp Piatov in Dnipro Foto: Lars Berg

„Was in Mariupol, Charkiw und vielen anderen Städten der Ukraine passiert, ist kein Kampf zwischen zwei Armeen. Es ist die Vernichtung eines Volkes. Das ukrainische Volk“, sagt Ascher.

Um dieses Volk zu verteidigen, werden Asher und David Seite an Seite kämpfen. Sie wollen keine faulen Kompromisse mit den Russen eingehen, sondern kämpfen, bis der letzte russische Soldat die Ukraine verlassen hat. Und der Terror hat endlich ein Ende.

Ads

Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"