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Industrie befürchtet Stop-and-Go-Jahr –

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In Eisenhüttenstadt, Brandenburg, befindet sich ein Walzwerk. dpa-Zentralbild/dpa/Soeren Stache

Etwa acht Millionen Menschen arbeiten in der Branche. Noch immer beschäftigen sich Unternehmen mit den Folgen des Corona-Skandals. Es herrscht große Unsicherheit über wichtige Zukunftsthemen.

Berlin/Düsseldorf – Der lang ersehnte Boom nach den schwierigen Corona-Jahren ist nach Einschätzung der deutschen Industrie noch in weiter Ferne. „Der Aufschwung kommt nicht richtig in Schwung“, sagte Industriepräsident Siegfried Russwurm in Berlin.

„Die Auftragsbücher sind ziemlich voll, aber die Produktion hält nicht mit der Nachfrage Schritt.“ Pandemiebedingte Einschränkungen und Lieferengpässe wirkten sich auf große Teile der Wirtschaft aus. Russwurm erwähnte, dass das Unternehmen erheblichen, sogar grundlegenden Risiken ausgesetzt sei. Ein weiteres „Stop-and-go“-Jahr für die Wirtschaft steht bevor.

Viele Unsicherheiten

Selten war ein Jahresausblick laut Russwurm so turbulent. Die Pandemie ist weiterhin die dringendste Sorge. Der erwartete „Post-Corona-Boom“ bleibt aus. Die Erholung wird auf den Sommer verschoben, aber dies ist ein hoffnungsvolles Szenario. Denn, so Russwurm, wenn die Omicron-Variante des Corona-Virus ein Land wie China oder andere für Deutschland wichtige Märkte wie die USA de facto lahmlegen würde, wäre das fatal für die deutsche Wirtschaft.

Nach einem Corona-bedingten Wirtschaftseinbruch im Jahr 2020 erholte sich die Wirtschaft im vergangenen Jahr. Das Wachstum fiel dagegen geringer aus als erwartet. Dies hängt auch mit Lieferengpässen zusammen, die laut Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) viele Unternehmen in der Automobil-, Elektro- und Maschinenbauindustrie erleben. Durch Engpässe in 2021 und 2022 wurde die industrielle Wertschöpfung um mehr als 50 Milliarden Euro gebremst. Fehlen Mikrochips, Bauteile oder Rohstoffe, wäre die Produktion für lange Zeit gehemmt.

Was die Erholung der Wirtschaft anbelangt, ist der BDI daher nur „vorsichtig optimistisch“. Nach einem Anstieg von 2,5 Prozent im vergangenen Jahr erwartet die Branche in diesem Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent. Die deutschen Exporte werden laut Prognose um 4 % steigen, halb so viel wie im Vorjahr.

Die Ampelkoalition will investieren

Optimistischer ist das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für 2022 rechnet sie mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent. Auch wenn die sich schnell ausbreitende Corona-Variante Omikron das Wirtschaftswachstum im Winterhalbjahr bremsen wird, wird sich die Wirtschaft im zweiten Quartal erholen und dann von Nachholeffekten profitieren. Der private Konsum dürfte laut Sebastian Dullien, dem wissenschaftlichen Direktor des IMK, wieder anziehen. Es wird auch erwartet, dass Versorgungsengpässe allmählich nachlassen.

Die IMK glaubt, dass die Politik der neuen Ampelkoalition positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird. Als Ergebnis des Koalitionsvertrags wurden wichtige Entscheidungen in Bezug auf traditionelle Infrastruktur und digitale Netze getroffen.

Die Geschäftswelt hat die neue Bundesregierung aufgefordert, das Industrie-, Export- und Innovationsklima in Kanada zu verbessern. Hohe Energiekosten, schleppender digitaler Wandel, fehlende Infrastrukturinvestitionen und hohe Steuern haben den Standort für deutsche und internationale Unternehmen immer unattraktiver gemacht.

Zudem sieht die Branche dringenden Handlungsbedarf bei einem der drängendsten Zukunftsthemen: dem Klimawandel. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, was einen massiven wirtschaftlichen Umbau und eine grundlegende Umstellung der Produktionsprozesse, etwa in der Stahlindustrie, erfordert.

Der politische Druck, bis 2045 zu handeln, um Klimaneutralität zu erreichen und gleichzeitig eine global wettbewerbsfähige Industrie zu erhalten, ist laut Russwurm „enorm“. In Deutschland braucht es einen „Investitionsturbo“.

Mit „Superabschreibungen“, einem massiven und raschen Ausbau der Infrastruktur weit über die aktuellen Pläne hinaus und schnelleren Planungs- und Genehmigungsverfahren muss die Regierung sicherstellen, dass sich die Investitionen von Unternehmen und Bürgern wieder auszahlen.

Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) und die Ankündigung der neuen Regierung, Klimaschutzabkommen als zentrales Instrument zur Unterstützung des Branchenwandels zu nutzen, ist richtig. Die Umsetzung hingegen muss so schnell wie möglich erfolgen.

Mit den sogenannten Carbon Contracts for Difference will der Staat der Industrie beim Übergang zu klimaneutralen Produktionsprozessen helfen und gleichzeitig die Kosten kalkulierbarer machen. Im Wesentlichen sollen die Verträge sicherstellen, dass umweltfreundliche Technologien mit traditionellen Technologien konkurrieren können. Solche Klimaschutzabkommen, so Russwurm, würden den Staat Milliarden kosten und seien nicht unbegrenzt nutzbar.

dpa (www.dpa.de), Copyright 2022. Alle Rechte vorbehalten

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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