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Experten sagen, die Flutkatastrophe an der Ahr hätte vorhergesehen werden können, wenn die Politik nicht eingegriffen hätte.

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Das Hochwasser in Altenahr hat die Eisenbahnbrücke über die Ahr weggespült. Boris Roessler/dpa/Archive/dpa/Archive/dpa/Archive/dpa/Archive/dpa

„Ein Extremereignis zeichnet sich ab“, sagen Meteorologen, Wasserwissenschaftler und Geographen vor einem Untersuchungsausschuss für Flutkatastrophen. Wurden nach der Sturzflut Fehler gemacht?

Mainz – Schon vor der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli im Norden von Rheinland-Pfalz wurden nach Ansicht mehrerer Experten extreme Wetterereignisse vorhergesagt.

„Es kommt ein Extremereignis“, sagte der Meteorologe Sven Plöger zwei Tage vor der Flutkatastrophe vor dem Untersuchungsausschuss Hochwasserkatastrophe des Mainzer Landtags. In Westdeutschland prognostizierte der Fernsehmoderator Regenmengen von 100 bis 200 Litern pro Quadratmeter. Der Schwarzwald könnte ebenso wie das Ahr-Gebiet und das Sauerland betroffen gewesen sein.

Warnung zwei Tage vor der Katastrophe

Der regionale Effekt war bis zum 13. Juli nicht sichtbar. „Vorsicht auf den Flüssen, auf die Pegel achten, weg von den Flüssen“, warnte Plöger zwei Tage vor der Katastrophe. „Ich hatte keine Ahnung, dass der Ahr-Pegel auf über neun Meter steigen würde, und ich behaupte, dass es auch sonst niemand getan hat.“

Eine Flutkatastrophe hat in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 das nördliche Rheinland-Pfalz heimgesucht. 135 Menschen kamen ums Leben, 134 davon im Ahrtal. Hunderte von Menschen wurden verletzt und das Tal lag in Trümmern.

Ein Überblick über die zeitlichen Entwicklungen im Vorfeld des Hochwassers ergab nach Angaben des Wasserwissenschaftlers Jörg Dietrich bereits am 13. Juli mittags eine Sturzflutwahrscheinlichkeit von 74 % in einzelnen kleineren Flussgebieten von Mittelrhein und Mosel. Am 11. Juli zeigten sich die ersten Anzeichen von Unwetter. Konkreter wurden die Vorhersagen am Abend des 12. Juli und am 13. Juli im Laufe des Tages. „Überschwemmungen an der Ahr sind sehr wahrscheinlich“, könnte man danach folgern.

Der DWD hatte eine Warnung der Stufe 4 ausgegeben, die höchstmögliche.

Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war laut Meteorologe Bernhard Mühr „früh und sachlich richtig“. Bevor am 13. Juli Dauerregen einsetzte, gab der DWD die höchstmögliche Warnstufe 4, höchstmöglich, heraus. Er bezweifelt allerdings, dass die Brisanz und der Handlungsdruck des DWD von allen erkannt würden. „Deutschland hat zu viele Warnungen“, fügte er hinzu.

Der Handlungsdruck nach der Abmahnung dürfte für Fachleute und in der Kommunikation zwischen Kommunen und Behörden deutlich geworden sein, so Mühr, der Schwierigkeiten hatte zu verstehen, warum die Reaktion zu spät kam. Ab 16 Uhr, glaubt er, hätte mаssen die Pläne für solche Situationen in die Tat umsetzen müssen. Er ist auch ratlos, warum schon am 13. Juli keine Aufforderungen an Campingplätze und Anwohner gestellt wurden, ihre Autos vom Strand entfernt zu parken.

Alle vier Jahre, so der Geograf Heye Bogen, wird das Ahrtal von einem Hochwasser heimgesucht. Hauptgrund sei der Untergrund des Rheinischen Schiefergebirges, der aus dicken Schichten mit wenigen Hohlräumen oder Poren bestehe und daher nicht viel Wasser aufnehmen könne, sagt er. Er schätzt, dass der Boden am 14. Juli, als die starken Regenfälle einsetzten, aufgrund von viel Regen im Juni und Juli 2021 bereits etwa zur Hälfte gesättigt war. „Das schien die Situation ein wenig zu verschlimmern.“

dpa (www.dpa.de), Copyright 2022. Alle Rechte vorbehalten

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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