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Emmanuel Macrons Rede, wie Frankreich im Jahr 2030 aussehen soll.

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Stand: 15.53 Uhr, 12. Oktober 2021 Emmanuel Macron hat ein halbes Jahr vor den Präsidentschaftswahlen seine Vision von Frankreich im Jahr 2030 vorgestellt. Die Automobilindustrie, der Flugzeugbau und die Kernenergie werden hervorgehoben.

In einer zweistündigen Rede vor Unternehmern im Elysée-Palast präsentierte der französische Präsident Emmanuel Macron am Morgen seine Vision für die digitale und grüne Transformation Frankreichs bis 2030 sowie einen detaillierten Ausgabenplan für die nächsten fünf Jahre. Dies beinhaltet eine Gesamtinvestition von 30 Milliarden Euro. Sie kommen an die Spitze des 100-Milliarden-Euro-Wiederaufbauplans Frankreichs, der im vergangenen Jahr als Reaktion auf die Corona-Krise auf den Weg gebracht wurde.

Sabine Rau von ARD Paris zur Atomrede von Präsident Macron

Tagesschau 12:00 Uhr , 12. Oktober 2021

Frankreich setzt weiter auf Atomkraft

Die Dekarbonisierung der Wirtschaft, die acht Milliarden Euro kostet, ist der teuerste Posten im heutigen Plan. Macron hat sich als erstes Ziel gesetzt, in neue, sicherere Mini-Kernreaktoren (SMR – Small Modular Reactor) zu investieren. Allerdings hatte der Präsident einige ungewöhnlich warme Worte für die bestehenden Atomkraftwerke. Als „Glücksfall“ bezeichnete er Frankreichs Atomreaktoren, in denen 200.000 Menschen beschäftigt waren. Dadurch emittiert das Land weit weniger Kohlendioxid als die meisten seiner Nachbarn. Tatsächlich liefern emissionsarme Kernkraftwerke 70 % des französischen Stroms. Dieses Alleinstellungsmerkmal soll Macron zufolge erhalten und ausgebaut werden. Bis 2030 soll eine Milliarde Euro in die Industrie fließen, eine relativ kleine Summe im Vergleich zu den Kosten neuer Kraftwerke. Trotzdem ist es dieses Jahr das erste Mal.

„Sowohl“-Strategie

Macron hält in dieser Frage an seiner bewährten „sowohl“-Strategie fest, um keine Lager zu entfremden: Er will in Atomkraft investieren, aber auch erneuerbare Energien ausbauen. Frankreich hat sich verpflichtet, den Anteil der Kernenergie am Energiemix bis 2035 auf 50 % zu senken, ein Dutzend alter Reaktoren stillzulegen und gleichzeitig die Erzeugung erneuerbarer Energien zu erhöhen. Das wird sich mit den geplanten Minireaktoren wohl nicht ändern. Sie können Macron jedoch möglicherweise dabei helfen, im Präsidentschaftswahlkampf sowohl industriefreundlich als auch klimabewusst zu sein. Atomkraft ist auch in Frankreich mit Nationalstolz und Souveränität verbunden.

Macron betont die Bedeutung der Unabhängigkeit der Energieerzeugung, etwa von russischem Gas oder deutschem Kohlestrom. „Wir dürfen uns nie zu sehr auf eine Energiequelle verlassen, die bei niedrigen Preisen attraktiv erscheint“, sagte er kürzlich am Rande eines EU-Gipfels mit Blick auf den jüngsten Anstieg der Gaspreise.

„Es gibt einige Bereiche, in denen wir als Franzosen und Europäer eine Führungsrolle einnehmen sollten“, sagte der Präsident, der im April nächsten Jahres zur Wiederwahl ansteht. Dazu gehört zum Beispiel die Produktion von grünem Wasserstoff. Frankreich will auf Wunsch des Präsidenten bis 2030 der führende Produzent dieses Energieträgers in Europa sein. Dadurch wird auch die heimische Industrie die CO2-Emissionen um 35 % reduzieren können.

Sicherung des Industriestandorts Frankreich

Makro „Wir müssen massiv in unser Industrieangebot investieren“, sagte er heute in seiner Rede. Dazu gehört vor allem die Sicherung und der Ausbau der Automobilindustrie. Sie ist neben dem Flugzeugbau das Herzstück der französischen Wirtschaft, „und das soll auch in Zukunft so bleiben“, so Macron. Vier Milliarden Euro will die Regierung in diese beiden Branchen investieren, die von Airbus und Dassault sowie Stellantis und Renault dominiert werden. Macron gab nicht an, wie die Hilfe verteilt werden soll. Er hofft jedoch, dass Frankreich bis 2030 zwei Millionen Elektroautos produziert haben wird.

Macron setzt neben den „alten“ auf das Entstehen neuer Industrien. Bis 2030 sollen mindestens 100 neue Standorte aus jungen Unternehmen oder Start-ups entstehen. Bis zu fünf Milliarden Euro will das Staatsoberhaupt dafür ausgeben, drei Milliarden davon fließen in die Eigenkapitalverbesserung. „Wir brauchen ein produktiveres Land“, sagte Macron.

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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