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Der Impfstatus sollte gemäß einer Leitlinie für Intensivmediziner bei der Triage nicht verwendet werden.

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Stand: 26.11.2021, 10:54 Uhr. Kliniken erreichen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kapazitäten, Triagepläne sind in Arbeit. Präsident Janssens von DIVI hat diesbezüglich nun neue Richtlinien vorgelegt. Es sollte keine Rolle spielen, ob Sie geimpft sind oder nicht. Die vierte Corona-Welle bringt landesweit Krankenhäuser an ihre Grenzen. Aufgrund der Überbelegung müssen sich Ärzte in naher Zukunft immer häufiger entscheiden, welche Patienten zuerst auf der Intensivstation behandelt werden.

Die sogenannte Triage sei „ein tragisches, aber durchaus mögliches Szenario“, sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). In einer solchen Situation wäre ein Arzt gezwungen, die „unvermeidliche“ Entscheidung zu treffen, welcher Patient die besten Überlebens- und Genesungschancen hat. Janssens verwendet jedoch nicht den Begriff „Triage“, sondern „Priorisierung“. Triage ist ein Begriff aus der Katastrophenmedizin, um die Behandlungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Verletzten schnellstmöglich zu beurteilen. DIVI hatte bereits nach Ausbruch der Pandemie Empfehlungen für das Priorisierungsverfahren entwickelt, die den „Zusammenbruch westlicher Gesundheitssysteme“ aufzeigten, und hat diese nun ergänzt. Einfach ausgedrückt, wird der Patient priorisiert, mit einer hohen Überlebens- und langfristigen Genesungswahrscheinlichkeit.

Ob ein Patient mit Covid-19 geimpft ist oder nicht, soll laut der neu aktualisierten Empfehlung keine Rolle spielen, sagte Georg Marckmann, Direktor des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin. Ob eine Krankheit teilweise selbstverschuldet ist oder nicht, hat keinen Einfluss auf den Zugang zu intensivmedizinischer Behandlung. Zumal unklar ist, wie sehr eine fehlende Impfung zur Entstehung einer Corona-Erkrankung beiträgt. Sollte die Impfung zum Kriterium werden, warnt Marckmann, bestehe zudem die Gefahr eines „sozialen Ungleichgewichts“. Die sozial benachteiligten Schichten haben laut Gesundheitssystem die niedrigsten Impfraten. Jeden Tag werden Hunderte neue Corona-Patienten auf Intensivstationen aufgenommen?

Die Empfehlungen hätten bisher nicht umgesetzt werden sollen, so Janssens. Das änderte sich mit der vierten Welle, die „exponentielle Zunahme der Infektionszahlen, eine seiner Meinung nach zu niedrige Impfrate und gleichzeitig einen Rückgang des Impfschutzes insbesondere bei gefährdeten Gruppen“ mit sich brachte. Laut Janssens sollen täglich Hunderte neue Corona-Intensivpatienten aufgenommen werden. „Angesichts knapper werdender Ressourcen wird der Höchststand von 5723 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen im Januar dieses Jahres bald erreicht und mit ziemlicher Sicherheit übertroffen“, sagte Janssens.

Die zunehmende Belastung einer wachsenden Zahl von Corona-Intensivpatienten wird jedoch nicht dazu führen, dass diese anders behandelt werden als andere Patienten, die ebenfalls lieber auf einer Intensivstation liegen würden. Bei der Priorisierung betonte Jan Schildmann, Internist und Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin, die Bedeutung der „Gleichbehandlung“. Der reguläre Klinikbetrieb werde eingeschränkt, um „den dringenden Bedarf an intensivmedizinischen Maßnahmen“ für alle Patienten zu decken. Scheitert die Behandlung an mangelnder Leistungsfähigkeit, müssen die Entscheidungen ethisch begründet werden.

„Triage-Bereitschaft“

Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender „Wir bereiten uns alle auf eine Triage vor“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Ärzte haben alles versucht, um eine solche Entscheidung zu vermeiden. Allerdings müssten sich Kliniken „angesichts der steigenden Infektionszahlen“ auf ein solches Szenario einstellen.

Das Robert Koch-Institut meldet seit Wochen täglich neue Höchststände der Corona-Zahlen, darunter über 76.000 Neuinfektionen an einem Tag am Freitag und eine siebentägige Inzidenz von 438,2.

„Konkret bedeutet dies, dass wir ab Januar 2021 nicht mehr fast jeden dritten Patienten im Regelsystem behandeln können“, erklärte Gaß. Dies bedingt auch die Verschiebung geplanter Operationen. Vor zwei Tagen haben sich die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder für den Gesetzentwurf ausgesprochen. Diesen Schritt hat Gaß in seinem Beitrag in Zahlen zusammengefasst:

Wir werden rund 20 % weniger Operationen bei Darmkrebspatientinnen und rund 7 % weniger Operationen bei Frauen mit Brustkrebs durchführen.

Aufgrund der Auswirkungen der Pandemie wieder auf die Warteliste für eine Intervention gesetzt zu werden, sei für Krebspatienten psychisch und physisch „schwer zu ertragen“. Trotzdem begrüßte Janssens die Entscheidung der Gesundheitsminister. Darauf drängt DIVI seit Wochen. Eine Verschiebung von Operationen, ohne die Gesundheit der Patienten zu gefährden, könnte helfen, die wachsende Überfüllung der Kliniken „abzufedern“.

Patienten werden in die ersten Bundesländer umgesiedelt

Thüringen Mehr als 50 Patienten sind betroffen. In neun Bundesländern werden Patienten aufgenommen. Die Bundeswehr will bei der Überstellung von Flugbetroffenen helfen. Die Air Force hat zwei Flugzeuge bereit, um bei den Hilfsmaßnahmen zu helfen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa um 14 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen eintreffen. und fliegen Schwerkranke ins nordrhein-westfälische Münster-Osnabrück.

Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten im ganzen Land verteilt werden können, wenn Krankenhäusern in einzelnen Regionen die Schließung droht. Auch Montgomery, der Präsident des Weltärztebundes, hatte die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Er plädierte dafür, dass Patienten nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in Kliniken im EU-Ausland verlegt werden sollten. Um deutsche Krankenhäuser zu entlasten, müsse diese „systematische Verlegung von Covid-Patienten ins Ausland“ sofort beginnen.

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Oliver Barker

Est né à Bristol et a grandi à Southampton. Il est titulaire d'un baccalauréat en comptabilité et économie et d'une maîtrise en finance et économie de l'Université de Southampton. Il a 34 ans et vit à Midanbury, Southampton.

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